Wie wirkt sich Wildverbiss auf die Waldverjüngung aus? Wir bauen gemeinsam Weisergatter und erhalten Input aus Praxis und Wissenschaft, wie sich die Waldbodenvegetation innerhalb und außerhalb eines Gatters entwickeln kann und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Wir erklären die Funktionsweise von Weisergattern, diskutieren Verbissdruck und Waldentwicklung und zeigen, wie solche Instrumente helfen können, Wald und Wild in ein nachhaltiges Gleichgewicht zu bringen.
Ein Kontrollzaun oder Weisergatter ist eine wilddicht umzäunte Fläche von etwa 10 x 10 m Größe, auf der der Einfluss von Wild auf die natürliche Verjüngung des Waldes gezeigt werden kann. Durch den Vergleich mit der Vegetationsentwicklung auf einer Vergleichsfläche in der unmittelbaren Umgebung außerhalb des Zauns wird deutlich, wie groß das Potential für das natürliche Ankommen und Aufwachsen verschiedener Baum-, Strauch- und Krautarten vor Ort ist. Die im Verlauf mehrerer Jahre sichtbar werdenden Unterschiede zwischen der Entwicklung im Zaun und im ungeschützten Bereich außerhalb des Zaunes bilden
den Einfluss des Wildes ab.
Diese Anzeige des örtlichen Wildeinflusses gibt Hinweise für eine entsprechende Anpassung der Jagd. Das betrifft vor
allem Rehe, aber auch Rot- und Damwild sowie Schwarzwild, das bei der Aufnahme der Samen von schwerfrüchtigen Baumarten, wie z.B. Eiche oder Buche, eine Rolle spielt. In einigen Regionen haben auch Sikawild, Gams, Mufflon oder Hase einen zum Teil erheblichen Einfluss auf die Waldverjüngung.
Kontrollzäune bieten durch ihre unmittelbare Vergleichsmöglichkeit somit eine objektive Grundlage für eine zielorientierte Steuerung der Jagd bei der Entwicklung klimaresilienter Wälder.
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